Eintauchen in eine eigene Welt

Der gebürtige Lahrer Künstler Christian Kromath stellt 35 seiner neueren Werke in der Offenburger Galerie im Artforum aus. ©Oscar Sala

Badische Zeitung, Mai 2019

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Grenzen überschreiten – jenseits von Formen und Farbe eine neue Welt entdecken – das bietet die Ausstellung »Tinktur« des Malers Christian Kromath. In der Galerie im Artforum präsentiert der gebürtige Lahrer 35 seiner neueren Werke.
 
Offenburg. Kromath ist ein Forscher auf einer Expedition ohne Wiederkehr: »Ich provoziere mich selber, um in ein unbekanntes Land zu gehen«. Unter dem Titel »Tinktur« stellt der Künstlerkreis Ortenau derzeit collagenhafte Malerei und Zeichnungen des Künstlers Christian Kromath aus. Der gebürtige Lahrer studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München und lebt in Köln.
 
Eine neue Vision
In der Ausstellung werden insgesamt 35 neuere Werke von 2015 bis 2019 präsentiert. Der Besucher unternimmt hier eine Reise durch einen geistigen Urwald voller subtiler Fallen und Gefahren. Die Ausdruckskraft seiner Linien und Farben gibt dem Betrachter immer einen Blick frei, der über den ersten Eindruck hinausgeht, eine Welt voller Anspielungen. Kromaths ungegenständliche Malerei erschafft eine absolut persönliche Sprache, sie besteht aus einer Kombination von unterschiedlichen Materialien, oftmals Graphit, Tusche, Fettkreide, Gouache, Karton oder Leim auf Papier. Die Mischtechnik von Christian Kromath weist auf eine sublime Beherrschung von Formen und Farben hin. Sie stellt eine neue Vision dar, einen Weg, auf dem die Betrachter in eine neue Lebenserfahrung eintreten können, bei der es nicht nur darum geht die Kunst zu genießen – es ist zugleich ein Ort der Zuflucht. Mit dem Pinsel in der Hand werden Universen belebt, die mit lebendigen Farbausbrüchen miteinander kollidieren. Überlappende Formen verschwinden, werden verdünnt, um mit einem Leben jenseits der Grenzen neu geboren zu werden.
 
Seine frischen und spontanen Bildwerke leben vom energetischen ihrer freien Gebilde – Zufall und Notwendigkeit gehen hier Hand in Hand. Es sind informelle Protokolle einer ständigen Suche, in der alles im Fluss ist, wo Farbe und Strich in einen aufgeregten Rhythmuswechsel eintreten, ja man könnte hier gar von einer visuellen Symphonie sprechen, bei der Stakkato, Ritardando und Sostenuto seinen Platz finden. Es sind allerdings freie Kompositionen, die nie abgeschlossen sind, die immer weiter nachhallen.

Doch nach was hält denn Kromath Ausschau? Seine vieldeutigen Bilder entziehen sich tatsächlich den gängigen Deutungsmustern. Wohin geht also seine Forschungsreise? Nirgends! Kromath erschafft sich in einem schöpferischen Prozess seine Entdeckungen selbst. In einem Zwischenreich zwischen gegenständlicher und abstrakter Malerei erfindet er immer wieder neue Formen. Selbst überrascht von seinen gedanklichen Kondensaten steht er wohl davor und staunt. Nicht zuletzt fallen dem Ausstellungsbesucher die groben schwarz aufgetragene Pinselstriche in Kromaths Bilder auf, die der Maler jedoch selbst nicht überbewertet wissen will. Schwarz scheint aber für den Kölner Maler nichts Negatives an sich zu haben, ganz im Gegenteil – Schwarz bringt bei ihm das Licht ins Dunkle.
 
Wie dem auch sei, bei seinen Bildern wäre es falsch, wortreich und mit philosophischen Höhenflügen nach Erklärngen zu suchen – ein Deutungsfehler, den wohl einige seiner Kritiker oder Laudatoren begangen haben – Worte können Bilder töten. Alle wahrgenommene Gegenstände bestimmen ihr Wahrgenommen werden nicht vollständig, vielmehr sei die Wahrnehmung des Subjekts prägend, meinte einst Maurice Merleau-Ponty. Genauso verhält es sich bei Kromath. Vor seinen Bildern und seinem souveränen Spiel mit Farben und Formen ist vielmehr der Betrachter selbst gefordert, muss er selbst entscheiden, ob und was er mit ihnen anfangen kann.

Kommentar: Wolfgang Herzer

Kunstverein Weiden / Galerie Hammer & Herzer

Weiden, ??? ?????

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„... Diese verdeckte und verdeckende Ordnung, in deren Einfassung materialbetonende Farbbalken und Kreuze und ganze Kontinente schwerelos werden, bietet in ihren überraschenden Durchbrüchen immer wieder Raum für Experimente, Analysen und Synthesen, die das gestische Vokabular als auch heute noch unverbraucht ausweisen. Jedenfalls können Kromaths ungegenständliche Darstellungen in ihrer Lesbarkeit als geologische Hieroglyphen, als Schemata der organischen Welt oder als reine Produkte aus Regel und Zufall auf die Illusion verzichten, dass sich die Uhr zurrückdrehen lässt und der ältere Kunstfreund hier seine künstlerische Jugend wiedersieht, vielleicht Robert Motherwell und die Reinkarnation einer unverblühten kosmologische Symbolik. Stattdessen treffen wir auf eine Malerei, die sich hellwach selbst reflektiert. Scharf gemessener Wechsel zwischen amöbenhafter, gestisch akzentuierter Form aller Wachstumsstadien mit mal vertikal, mal horizontal orientierten Schichtungen, Ballungen, Feldern, Massen...

Kromaths Arbeit lässt sich aus kunsttheoretischem Blickwinkel als Decollage malereigeschichtlicher Sedimente und dementsprechend als Auseinandersetzung mit einer Übermaltradition lesen, die von Kasimir Malewitsch bis Arnulf Rainer reicht. Dabei haben wir es auch mit einer Art Spurensicherung zu tuen, die der ihren innewohnenden Dialektik von Natur und Kultur, von Gewesenem und Werdendem, von sinnlicher Erfahrung und gedanklicher Abstraktion, von Mal und Übermalung in der Lebendigkeit des 1961 in Lahr/Schwarzwald geborenen Künstlers Gestalt gibt. Im Wechsel von Verdeckung und Lichtung, der kein abschließendes Ganzes kennt, aktualisiert Christian Kromath eine urromantische und gleichermaßen kritische Haltung, deren frühes Sinnbild Dürers „Melancholia“ ist. Sie dürfte auch morgen nicht veraltet sein.“

Jürgen Kisters, Kölner Stadtanzeiger

Souveränes Spiel mit den Farben

Köln, ??? ?????

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... Genauso weiß er jedoch, dass diese konkreten Vorstellungen sich sogleich wieder entziehen und verflüchtigen, weil alles in seinen Bildern offen und vieldeutig bleibt. So könnte man das Ganze auch für eine visuelle Musik halten. In der alles im Fluss ist, in der es verhaltene wie aufgeregte Töne, Rythmen und Rythmuswechsel gibt.

Damit ist Kromaths Malerei im Alten Pfandhaus, Kölns bester Adresse für Jazzkonzerte,genau am richtigen Ort. Jazz bedeutet Struktur und Improvisation, das freie Spiel der Kräfte und der Sinn für einen Zusammenklang, der Harmonie und Disharmonie im Gleichgewicht hält. Genauso bringt Kromath, der seit 20 Jahren in Köln lebt, die Wucht einzelner malerischer Gesten und ihr Zusammenspiel, Bewegung und Ruhe meisterlich in die Balance. Kromath ist ein souveräner Maler, der die Farben laufen lässt, ohne sie je gänzlich aus der Kontrolle zu verlieren. Wie alle abstrakt-expressiven Maler, die der Beliebigkeit entgehen wollen, erhält er in jedem Bild eine letzte vage Beziehung zur Gegenständlichkeit aufrecht. Eine (An-)Deutung nur, einen Anhaltspunkt zur Assoziation, der zwingend aber ungreifbar ist. Wie alle Künstler, die materialsatte Farbkraft und konzeptuelle Struktur nicht für unvereinbare Gegensätze halten, vertraut er auf die Intuition, ohne sich ganz auf sie zu verlassen. Und wie alle Künstler, die über eine sichere hand- werkliche Grundlage verfügen, kann er ungezwungene spielerische Finessen riskieren, ohne sich im malerischen Niemandsland zu verlieren.

„Die gegenständliche Seite der Malerei, in der etwas festgelegt ist, interessiert mich nicht. Und das ungegenständliche Abstrakte, das ohne Inhalt ist, interessiert mich auch nicht. Mich interessiert, was dazwischen liegt“, sagt Kromath. Er versucht, immer wieder neue Formen zu finden, um der malerischen Routine zu entgehen. Dabei liebt er es, sich selber immer wieder von den Assoziationen, die aus seinen Bildern hervorgehen, überraschen
zu lassen...

Kommentar: Joachim Aljoschka Krebs

Kunstquartal, Ausstellungskalender der ZEIT

Januar 2020

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„Es ist eine sinnliche, aber subtil bewusste, deshalb vielfach gebrochene Kunst, deren vehemente Geste in der Fläche zu verblüffender Durchsichtigkeit führt. Fragile Momente, wie ins Grenzenlose collagiert.“

„Als stünde eine nicht abzubildende Erscheinung den Reflexionen dieser Bilder gegenüber.Wo ausweglos Ernstes ins Lockere umschlägt, Erfahrung in Intelligenz.“

Ausstellung: Contempo Munich

Vertreten durch die Galerie Punto Valencia

München, 2011

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Kommentar: Joachim A. Krebs

...aus „Flucht und Wiedererkennen“

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...Voller sinnlicher Bewegung scheinen seit Jahren die Arbeiten Kromaths; formal klar reduziert, gegen spontane Gestik resistent die Arbeiten Mückes. Was in den einen aus sich herausfährt, sieht in den anderen in sich hinein. Beiden ist aber das hohe Maß an Konzentration gemein, das zu diesen völlig unterschiedlichen Ergebnissen führt.

Vielleicht ist keiner der Vier so versessen auf die direkte, geradezu fühlbare sinnliche Gebärde wie Kromath, eine Gebärde, die sich gleichzeitig konterkariert, sei es durch einen sie überziehenden Schleier, der sie zu fesseln vorgibt, sei es durch einen Horizont, der das farblich offene, formal grenzenlose Spiel des Bildes in zwei Hälften teilt und damit seltsame Wiedererkennungen, spiegelhafte Gegenüberstellungen, Gleichungen provoziert, deren Teile einander so wenig gleichen wie jene Schleier etwas verbergen; es sind strukturelle Eingriffe, Intervalle, mit denen Bewusstsein in das Direkte des Sinnlichen dringt. In eine Direktheit, die sich im Laufe der Zeit immer stärker von einander bedingenden Formkonstellationen emanzipierte, die wilde, und damit seltsamerweise durchscheinende, nicht unbedingt durchsichtige Bewegungen provozierte. Diese Aufhellung der drastischen, formabweisenden Geste scheint mitunter die Details geradezu zu transformieren, so als suche die vehemente Regung im sinnlich Nahesten eine Art Transzendenz. Dass dabei der Raum nie aufhört, eine Rolle zu spielen, zeigen nicht nur Kromaths Zeichnungen, die durchaus Perspektivisches zulassen, zeigen nicht nur die gliedernden Eingriffe ins anarchische Bildgeschehen. Das Raumbewusstsein lässt sich am Ende auch in eben dem Metaphorischen lesen, das auf eine schwer oder gar nicht erklärliche Art die spontane Geste geistig zu übersetzen scheint, ohne sie physisch zu bändigen. Gebändigt scheint diese Kraft nur durch Verabschiedung, durch nicht Fortfahren, auch wenn eine malerische Phase zu einer Bildserie führen kann. Beharrliche Kontinuität scheint der großen Bewegung dieser Malerei unangemessen, ihr geradezu zu widersprechen - selbst wenn eine tiefere Schicht wohl Überdauerndes weiß.

Ausstellung: Tinktur

Maternushaus Köln 05.02. - 10.03.2019

Köln, 2019

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Kommentar: Prälat Josef Sauerborn

Gestaltungsstarker Rhythmus

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Die Bilder Christian Kromaths entziehen sich den gängigen Deutungsmustern. Mit einem Blick und auch einem zweiten ist es nicht getan. Die eingespielten Kategorien der Wahrnehmung reichen nicht hin. Immer wieder muss man sich auf den Weg machen, um in die farbliche und kompositorische Welt der Bilder einzutauchen. Es geht tatsächlich um einen Weg. Dazu freilich ist ja eine Ausstellung da. Auch wenn es nicht um Serielles und Reihungen im eigentlichen Sinne geht, so zeigt sich doch eine Textur der Farben und Kompostionen in allen Bildern. Sie bieten einen gestaltungsstarken Rhythmus, der ihnen große malerische Verbind- lichkeit schenkt. Diese Verbindlichkeit ist stark. Die Bilder kämpfen nicht um eine Originalität der Verdrängung. Nichts drängt sich auf und verlangt ausschließende Aufmerksamkeit. So fließt in den Werken von Christian Kromath, einer musikalischen Partitur ver- gleichbar, eine umfassende Komposition, die sich dem Blick und der malerischen Intuition des Künstlers verdankt. Nicht um ein absichtsvolles und geplantes Zusammenspiel geht es da. Die Bilder sind, was sie sind, auch ohne den gezeigten Zusammenhang. Für sich leben sie ihre Ursprünglichkeit. Wo sie aber in den Zusammenhang treten, wie es ja der Ausstellung eignet, öffnen sie einen Kosmos von Farbe und Kompostion. Unter Kosmos verstanden die alten Griechen eine Ordnung, ein sinnvolles Gefüge also, und grenzten ihn ab gegen das Chaos, das ohne Sinn und Verstand nur
so dahintreibt. Die Werke Christian Kromaths fügen sich zu einem Kosmos, einem sinnvollen
und spannungsreichen Gefüge malerischer Wahrnehmung und Intuition. Eine ganz eigene und stimmige Welt zeigt sich so in einer unverwechselbaren künstlerischen Sprache.

Ausstellung: Tinktur

Podium Kunst, Schramberg

Januar, 2020

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Kommentar: Joachim Aljoschka Krebs

Leere und Reflex - zur Kunst von Christian Kromath

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Oft bin ich die Straße auf und ab gegangen, bis mir ihr Nirgendwo auffiel und ich sie erfand und zerteilte, um sie zu vergessen. So könnte man sich einen Ansatz denken, der diese Zeichnungen und mehr noch diese Malerei möglich macht. Entsprungen aus der Fremdwerdung des Bekannten, der Unerträglichkeit des bloßen Wiedererkennens.

Die Philosophie kennt solche Vorgänge gegen jegliche Programmatik seit langem, Urs Stäheli hat in „Sinnzusammenbrüche“ daran erinnert: „Die Rekursivität eines Programms, welches die Resultate des eigenen Lesens liest, löst eine paradoxe Verknüpfung verschie- dener Systemebenen aus.“ Und man kann ohne große Übertreibung sagen, dass die Kunst Kromaths eben aus dieser Paradoxie, der Unmöglichkeit der Wiederbegegnung geboren scheint.

Der Ausweg aus dem Paradoxen, Dekonstruktiven lässt sich nicht ordnen, seine „imaginäre Ganzheit, parasitäre Heimatlosigkeit“, um einen Moment beim angesprochenen Gedan- ken Stähelis zu bleiben, fallen immer wieder über ihn her und stellen die Erscheinung in Frage.
Es ist nicht einfach ein Aufbegehren in einem Akt der Befreiung, der schneidenden Kontraste, das diese Malerei kennzeichnet. Es ist zugleich das Wissen um den Reflex, dem die befreiende, neu ansetzende Geste nicht entkommt. Immer entsteht mit dem Neuen die Reflektion auf das Neue, die es zu Erkanntem macht. Denn nirgends ist Kromaths Kunst naiv.

Man könnte meinen, dass die malende und die reflektierende Geste sich ineinander verfangen, einen endlosen und ausweglosen Kampf miteinander ausfechten, der beides, das Form- und Farbsetzende einerseits und das diese Spontaneität relativierende Bewusst- werden andererseits, endlos fortschreibt. Und zweifellos ist die Gefahr einer Schleife einer der Hauptwiderstände, mit denen diese Kunst sich auseinandersetzt. Es ist nicht die, dass sich die kontrastierende Figuration wiederholt, das zeigen überdeutlich die Frische und die stets überraschenden Konstellationen. Es ist die, dass sich neben dem natürlichen Wiedererkennungseffekt des Stils latent eine Vergleichbarkeit der Aussage etabliert.

Es ist also die Frage nach der Freiheit der Gebilde, die nicht eine Befreiung von etwas Bestimmtem ist – wie sie Übermalungstechniken oder paradoxe Zitate bewerkstelligen. Sondern das Bewusstsein, dass Freiheit von Konstruktionen neue Konstellationen schafft. Dass ein Detail sich nur durch das andere definiert. Dass so gesehen ihr Erscheinen partikular und ephemer ist, nicht über sich hinausweist. Und doch mit dieser Zurücknahme des Geltenden, dem Verzicht auf etablierte Lesbarkeit eine Sprache von Erfahrenem und Reflektiertem darstellt...

Selten kommen einem in dieser Kunst gegenständliche Abbildungen entgegen, schon gar nicht abstrahierte, zeichenhafte oder symbolische. Und doch scheint alles, nicht nur dezidiert in den Zeichnungen, von Gegenständen zu sprechen, dem Ungegenständlichen, das nur Farbe und Fläche sein will, zu widersprechen, seiner Selbstgewissheit und Selbstgefälligkeit. Denn die unerhört lebendige Spannung dieser Bilder ergibt sich nicht aus der Geometrie, weder der der Formen noch der der Farben, sondern aus ihrem Kampf gegen die Geometrie, die ständig gebrochen wird und auf Abgründe verweist, die dunkel, die aber auch hell sein können. Das Kraftfeld mit seinen tragischen und heiteren Plötzlichkeiten ist enorm groß. Und gerade mit ihrer Aufhellung entwickeln die Farben mitunter eine nahezu psychisch spürbare Elektrizität.

All dies scheint ein Spiel der Energien über dem Leeren, dessen sie gewiss sind und gewiss sein müssen, um ihrer Kraft innezuwerden. Es ist das Spiel einer Sprache, die wir verstehen, ohne sie zu entschlüsseln, die es nicht zu entschlüsseln gilt, sondern als direkt zu lesen. Als die Kraft des Nicht-Zusammengehörenden, die wir kennen, der auch unsere Erfahrungen ausgesetzt sind und aus der unser Bewusstsein besteht. Diese Reibung, die wir immer wieder in Begriffe zu fassen suchen, in temporäre Formen, nicht daran denkend, dass sie nur aus dem Moment, dem Vergehen überhaupt hervorgeht. Christian Kromaths Bilder erinnern uns daran. Und an etwas anderes noch, man muss es so schlicht sagen: an die Schönheit.

Publikation: Hylas

Bilder zu den Gedichten von Joachim Aljoschka Krebs

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Bilder zu den Gedichten von Joachim Aljoschka Krebs schuf Christian Kromath, geboren in Lahr/Schwarzwald. Er lebt und arbeitet in Köln. Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München/Salzburg, bei Hans Baschang und Per Kirkeby. Ausstellungen national und international (Galerie Punto Valencia, Galerie der Spiegel, Köln, Kunstverein Köln, Kunsthalle Villa Kobe kuratiert von Michael Hasenclever, München, Kunsthaus Leipzig, Berlin, London,
Haus der Kunst München, Museumsbibliothek Museum Ludwig, Köln). Vertreten in öffentlichen Sammlungen (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe). Publikationen in Kunstzeitschriften, in Büchern und Katalogen wie „Rubikon“, „Kain“, „Sitzverlust“, „Der Bote“, „Tinktur“.

Joachim Aljoschka Krebs, geboren in Schlesien, hauptsächliche Aufenthaltsorte: München, Südfrankreich und an der Nordsee. Publikationen (Printbereich, Theater, Rundfunk, CD, Konzert): Lyrik, Erzählungen, Theaterstücke, Texte für Musik. Essays und Rezensionen in Fachmedien. Diverse Zusammenarbeiten mit bildenden Künstlern und Komponisten. Ausführliche Studienreisen in Russland, den Maghreb-Staaten, den USA. Publikationen u.a.: „Landesgrenze“ Gedichte und Kurzgeschichten; „Willkommen in den Wäldern“, Erzählungen; „Briefe aus Akkad“, Lyrische Prosa; - Bilder Theresia Hefele; „Salzpiste“, Gedichte; „Der Teer“, Gedichte; „Farbgebung“, Gedichtzyklus - Bilder Lars Gerdes.
Bisherige gemeinsame Arbeiten von Joachim Aljoschka Krebs und Christian Kromath: „Die Tür - 12 Theatralische Gedichte mit einem Vor- und einem Nachspiel“, 2014; „Der Riss - durch den Antiochos zu sehen begann“, 2017.

Kommentar: Dr. Michael Matthaes

„Blicke auf Bilder von Christian Kromath“

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Reduziert die Erklärung nicht…das Gedicht auf eine Bilderfabrik, und wird es nicht im gleichen Augenblick verändert, vielleicht gar zerstört? Aber man trägt es mit sich. Wäre es weniger Rätsel, dann würde es weniger leuchten. (Philippe Jaccottet, Die wenigen Geräusche)
 
Der sicherste und rascheste Weg zum Staunen ist der: unerschrocken immer den gleichen Gegenstand fest im Auge behalten. Auf einmal erscheint uns dieser Gegenstand-wunderbar-so, als hätten wir ihn niemals gesehen. (Cesare Pavese, Gespräche mit Leuko)
 
Ich habe den Verdacht, dass ein genaues Eindringen in die tiefe differente, so freie wie ausdrucksvolle Kunst CKs hohe perspektivische Risiken und entsprechende Absturzgefahren birgt. (Joachim A. Krebs, persönliche Mitteilung)
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