CHRISTIAN KROMATH
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Joachim Aljoschka Krebs, - Leere und Reflex -  
     
Georg Salzberger, - Kromaths Farbgegenstände –  
     
Ulli Seegers  
     
Wolfgang Herzer, Kunstverein Weiden  
     
Jürgen Kisters, Kölner Stadt-Anzeiger  
     

Souveränes Spiel mit den Farben

... Genauso weiß er jedoch, dass diese konkreten Vorstellungen sich sogleich wieder entziehen und verflüchtigen, weil alles in seinen Bildern offen und vieldeutig bleibt. So könnte man das Ganze auch für eine visuelle Musik halten. In der alles im Fluss ist, in der es verhaltene wie aufgeregte Töne, Rythmen und Rythmuswechsel gibt.
Damit ist Kromaths Malerei im Alten Pfandhaus, Kölns bester Adresse für Jazzkonzerte,genau am richtigen Ort. Jazz bedeutet Struktur und Improvisation, das freie Spiel der Kräfte und der Sinn für einen Zusammenklang, der Harmonie und Disharmonie im Gleichgewicht hält. Genauso bringt Kromath, der seit 20 Jahren in Köln lebt, die Wucht einzelner malerischer Gesten und ihr Zusammenspiel, Bewegung und Ruhe meisterlich in die Balance. Kromath ist ein souveräner Maler, der die Farben laufen lässt, ohne sie je gänzlich aus der Kontrolle zu verlieren. Wie alle abstrakt-expressiven Maler, die der Beliebigkeit entgehen wollen, erhält er in jedem Bild eine letzte vage Beziehung zur Gegenständlichkeit aufrecht. Eine (An-)Deutung nur, einen Anhaltspunkt zur Assoziation, der zwingend aber ungreifbar ist. Wie alle Künstler, die materialsatte Farbkraft und konzeptuelle Struktur nicht für unvereinbare Gegensätze halten, vertraut er auf die Intuition, ohne sich ganz auf sie zu verlassen. Und wie alle Künstler, die über eine sichere handwerkliche Grundlage verfügen, kann er ungezwungene spielerische Finessen riskieren, ohne sich im malerischen Niemandsland zu verlieren.
"Die gegenständliche Seite der Malerei, in der etwas festgelegt ist, interessiert mich nicht. Und das ungegenständliche Abstrakte, das ohne Inhalt ist, interessiert mich auch nicht. Mich interessiert, was dazwischen liegt", sagt Kromath. Er versucht, immer wieder neue Formen zu finden, um der malerischen Routine zu entgehen. Dabei liebt er es, sich selber immer wieder von den Assoziationen, die aus seinen Bildern hervorgehen, überraschen zu lassen...

Jürgen Kisters, Kölner Stadt-Anzeiger