CHRISTIAN KROMATH
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Joachim Aljoschka Krebs, - Leere und Reflex -  
     
Georg Salzberger, - Kromaths Farbgegenstände –  
     
Ulli Seegers  
     
Wolfgang Herzer, Kunstverein Weiden  
     
Jürgen Kisters, Kölner Stadt-Anzeiger  
     

Wolfgang Herzer

„... Diese verdeckte und verdeckende Ordnung, in deren Einfassung materialbetonende Farbbalken und Kreuze und ganze Kontinente schwerelos werden, bietet in ihren überraschenden Durchbrüchen immer wieder Raum für Experimente, Analysen und Synthesen, die das gestische Vokabular als auch heute noch unverbraucht ausweisen. Jedenfalls können Kromaths ungegenständliche Darstellungen in ihrer Lesbarkeit als geologische Hieroglyphen, als Schemata der organischen Welt oder als reine Produkte aus Regel und Zufall auf die Illusion verzichten, dass sich die Uhr zurrückdrehen lässt und der ältere Kunstfreund hier seine künstlerische Jugend wiedersieht, vielleicht Robert Motherwell und die Reinkarnation einer unverblühten kosmologische Symbolik. Stattdessen treffen wir auf eine Malerei, die sich hellwach selbst reflektiert. Scharf gemessener Wechsel zwischen amöbenhafter, gestisch akzentuierter Form aller Wachstumsstadien mit mal vertikal, mal horizontal orientierten Schichtungen, Ballungen, Feldern, Massen.....
Kromaths Arbeit lässt sich aus kunsttheoretischem Blickwinkel als Decollage malereigeschichtlicher Sedimente und dementsprechend als Auseinandersetzung mit einer Übermaltradition lesen, die von Kasimir Malewitsch bis Arnulf Rainer reicht.
Dabei haben wir es auch mit einer Art Spurensicherung zu tuen, die der ihren innewohnenden Dialektik von Natur und Kultur, von Gewesenem und Werdendem, von sinnlicher Erfahrung und gedanklicher Abstraktion, von Mal und Übermalung in der Lebendigkeit des 1961 in Lahr/Schwarzwald geborenen Künstlers Gestalt gibt.
Im Wechsel von Verdeckung und Lichtung, der kein abschließendes Ganzes kennt, aktualisiert Christian Kromath eine urromantische und gleichermaßen kritische Haltung, deren frühes Sinnbild Dürers „Melancholia“ ist. Sie dürfte auch morgen nicht veraltet sein.“

Wolfgang Herzer - Kunstverein Weiden / Galerie Hammer & Herzer